Wieder zu Hause

zu Hause November 2007 bis Oktober 2008


Ich wohnte also wieder zu Hause bei meinem Vater. Mit der älteren meiner beiden jüngeren Schwestern zusammen. Der November verlief gut. Der Dezember eigentlich auch. Ich weiß nicht mehr warum, aber zwei Tage vor Sylvester nahm ich wieder Tabletten. Ich kam wieder ins Krankenhaus. Und dann wieder einmal in die Jugendpsychiatrie. Allerdings nur für zwei Nächte. Dann durfte ich gehen, zurück nach Hause.

In der nächsten Woche musste ich Kontakt zu einer Aussenstelle der Klinik aufnehmen und mich dort für eine ambulante Therapie anmelden. Was folgte, waren einige Gespräche, die sich aber eigentlich nur um meine Lieblingsserien, Musik und Ähnliches drehte. Es war keine richtige Therapie, das konnte ich noch nicht zulassen.

Zu Hause gab es nur noch Stress und Streit. Ich drehte deswegen meinen Tagesrhytmus um. Ich schlief tagsüber und nachts war ich wach und guckte fernsehen. Im April setzte ich mich frühmorgens, nach einer wieder mal durchwachten Nacht ins Auto meiner Eltern. Ich hatte keinen Führerschein. Ich kam auch nicht weit. Ich baute einen Unfall. Zum Glück nur Sachschaden an einer Treppe. Ich rief die Polizei und diese brachte mich dann nach Hause und später, auf Wunsch meiner Eltern, in die Psychiatrie.

Dort wurde ich zum ersten mal ins sogenannte Haupthaus, die Erwachsenenpsychiatrie aufgenommen. Ich blieb drei Wochen. Mein Vater wollte mich nicht mehr zu Hause haben. Dann wurde ich dort rausgeschmissen. Es gab keinen Behandlungsbedarf und ich war nicht mehr gefährdet. Ich rief meinen Vater an und sagte, ich würde jetzt einfach wieder nach Hause kommen. Ich wollte allerdings in der nächsten Woche mit dem Jugendamt Kontakt aufnehmen und mir dort wieder Hilfe holen.

Das tat ich auch. Die Frau vom Jugendamt allerdings gab mir die Telefonnummer von dem Sozial-Psychiatrischen-Zentrum und meinte ich sollte mich dorthin wenden. Das SPZ war also nun "zuständig". Ich stellte mit dessen Hilfe einen Antrag bei der ARGE und hatte auch bald die Zusage von denen. Ich konnte mir endlich eine eigene Wohnung suchen. Wie lange hatte ich das schon gewollt.

Im August versuchte ich mich an einer Ausbildung im Tierheim, brach diese jedoch nach nur drei Wochen ab. Der Streit zu Hause wurde immer schlimmer, die ohnehin nicht wirklich stattfindende Therapie endete auch im August. Mein einziger Erfolg in dieser Zeit war, dass ich mich nur selten selbst verletzte.

Im Oktober war es dann soweit. Ich hatte eine Wohnung gefunden und zog um!!! Endlich alleine.


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