Jugendpsychiatrie 1

 

erster Aufenthalt - drei Wochen 2005

Mein erster Aufenthalt in der Psychiatrie. Ich wollte nicht dort sein - aber ich musste bleiben. Ich bin Freitags von meinen Eltern gebracht worden. Meine Eltern wollten mich nicht wieder mit zurück nehmen - vorerst. Also musste ich bleiben.

Die ersten drei Tage - übers Wochenende - war ich auf einer geschlossenen, einer geschützten Station. Ich habe mich die ganze Zeit in meinem Zimmer eingeschlossen. Zwischendurch habe ich meinen Vater angefleht, mich nach Hause zu holen - ohne Erfolg und ohne zu wissen, wie oft ich dies in Zukunft noch tuen würde.

Am Montag bin ich dann verlegt worden. Auf ein halb-geschlossene Station. Ich kam in ein Doppelzimmer (auf der Geschlossenen war ich alleine im Zimmer). Meine Eltern kamen und zusammen mit den Beiden hatten wir dann ein Gespräch mit dem Oberarzt und der Stationsärztin. Der Oberarzt wollte wissen, ob ich nur zur Krise (3-5 Tage) oder zur Diagnostik (3 Wochen) bleiben solle. Als meine Eltern sagten, ich solle auf jeden Fall zur Diagnostik bleiben, versuchte ich sofort, meine Eltern zu überzeugen, dass ich wieder nach Hause könne. Ich versuchte sie zu überreden, aber ich hatte keine Chance. Als ich das merkte, sagte ich, ich würde auf keinen Fall länger bleiben und ging aus dem Zimmer. Das machte ich schon seit ich klein war: ich lief weg.

Meine Eltern redeten noch eine Weile mit den Ärzten, dann kamen sie in mein Zimmer. Ich versuchte nochmal, sie zu überzeugen, wurde aber von dem Stationsleiter unterbrochen. Er kam, um sich von meinen Eltern noch Unterschriften zu holen und um uns zu erklären, wie der Ablauf auf der Station aussah. Irgendwann fragte er mich, ob ich rauchen würde. Ich sagte ja und er überzeugte meine Eltern, mir das Rauchen zu erlauben, um mich auf der Station nicht noch mehr unter Druck zu setzen.

Irgendwann fuhren meine Eltern wieder nach Hause - ohne mich. Mittags kam dann ein Richter vom Familiengericht. Er sollte einen Beschluß erwirken, so dass ich auch gegen meinen Willen in der Psychiatrie untergebracht werden konnte. Und so musste ich bleiben.

In den nächsten drei Wochen wurden Test mit mir gemacht. Ich sollte Fragebögen ausfüllen, machte ein IQ Test mit und hatte ein oder zwei Gespräche mit der Ärztin. Nach drei Wochen versicherte ich, dass es mir besser ginge und ich jetzt auch für eine ambulante Therapie bereit wäre. Ich wurde nach drei Wochen aus der Psychiatrie entlassen und schwor mir nie wieder dorthin zurück zu kommen.


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